Per Anhalter durch die Hochzeit – Alternative Hochzeit in Wien

Wenn ich an die Hochzeit von Karin und David in Wien zurückdenke wird mir wohlig warm ums Herz. Es war eine der ergreifensten freien Trauungen, die ich je bezeugen durfte und musste selbst an der ein oder anderen Stelle kräftig schlucken. Außerdem war die Hochzeit der beiden ganz anders als viele andere Hochzeiten – sie machten sich gemeinsam fertig, Karin bastelte kurz vor der Trauung noch schnell den Braustrauß fertig, es gab kein weißes Kleid und als Hochzeitsschuhe dienten alte Chucks. Den entzückenden Haarschmuck hat Karin gewonnen und auf aufwendiges Haarstyling und Make Up hat sie komplett verzichtet. Bis auf ein wenig Wimperntusche war sie komplett umgeschminkt. Durch die Zeremonie führten die besten Freunde des Paares und es gab ein Knotenritual und persönliche Eheversprechen bevor dann gemeinsam ein Gläschen Schnaps mit allen Gästen geleert wurde. Die Tischdeko bestand aus Star Wars Comics und die Gastgeschenke waren selbstgebrannte CDs, auf Blumen wurde größtenteils verzichtet. Das Datum wurde ausgewählt weil 20+5+17 gleich 42 und damit die universelle Antwort auf alles ist (die Geeks unter euch wissen Bescheid!). Es war eine low budget diy hochzeit – wie man so schön sagt auf neudenglisch – mit ganz viel Liebe und Herzblut. Aber am besten lasse ich das Brautpaar selbst zu Wort kommen:

Erzählt ganz kurz wie ihr euch kennengelernt habt:

So genau wissen wir das gar nicht mehr. Wir waren lange in der selben Gruppe an Menschen unterwegs, können uns aber nicht wirklich erinnern, wann wir uns tatsächlich wahrgenommen haben, vor allem da wir damals beide noch vergeben waren. Später als Singles waren wir plötzlich immer die letzten, die übrig blieben und die ganze Nacht in irgendwelchen Bars gequatscht haben. Das war total schön, weil wir so schon mit einer unheimlichen Vertrautheit in unserer Beziehung gestartet haben.

Wie und wo war der Heiratsantrag:

Auf der Autobahn zwischen Wien und Linz in unserem alten Opel Astra. Wir haben gescherzt, 2017 zu heiraten, weil ein Bausparer aufgelöst wird (super romantisch, haha!). Einzige Bedingung: Das Datum soll 42 ergeben (immer noch alles im Scherz) – die Antwort auf das Leben, das Universum und all den Rest. Das erste Datum, das Karin einfiel war der 20.05.17, aber man kann ja nicht irgendein Datum nennen, es sollte schon ein Samstag sein! Und zufällig gibt es in dem gesamten Jahr zwei Samstage, die 42 ergeben und einer davon war der 20.05. Das hat uns so fasziniert, dass wir heiraten mussten!

Wie würdet ihr das Thema oder Motto eurer Hochzeit beschreiben:

Es gab kein Motto, nur ein Ziel: alle sollen eine super gute Zeit haben, sich wohlfühlen und die Feier sollte so sehr „wir“ sein, wie möglich.

Was hat euch zu eurer Hochzeit inspiriert:

All das, was wir gern haben und das uns ausmacht.

Was macht eure Hochzeit einzigartig oder anders:

Es war ungezwungen, alle durften anziehen was sie wollten und wir haben keinen Wert auf gesellschaftliche Standards oder Forderungen von Außen gelegt. Es war einfach alles durch und durch „Karin & David“. Viele Gäste waren gerührt von der freien Trauung und davon, dass wir in unseren Gelübden darauf verzichtet haben „Ich liebe dich“ zu sagen, sondern stattdessen z.B. „Ich mag dich so sehr“ sagten. Das war keine Entscheidung – das ist einfach, wer wir sind und wie wir miteinander umgehen. Wir wollten uns absolut nicht verbiegen.

Was hättet ihr gerne über Hochzeitsplanung gewusst bevor ihr damit angefangen habt:

Dass es SO ANSTRENGEND IST! Leute, DELEGIERT! Und zwar for real! Lernt herauszufinden, wann DIY wirklich Geld spart und Spaß macht und wann nicht. Eure Freunde und Familie helfen euch wahnsinnig gerne, wenn ihr sie lasst. Und manchmal ist es besser, eine Timeout von Pinterest zu nehmen und sich zu erinnern, worum es einem eigentlich bei der Hochzeit geht, das ist einem anfangs oft so nicht bewusst.

Was war der Lieblingsmoment eurer Hochzeit:

Definitiv die Gelübde. Eigentlich die gesamte Zeremonie. Ach, es gab so viele Lieblingsmomente!

Erzählt einen Schwank aus eurem Hochzeitstag:

Wir hatten für die Vorbereitungen vor der Hochzeit einen Gin gekauft, um vor der Feier noch einmal anstoßen zu können und etwas runterzukommen. Geführt hat das am Ende dazu, dass ich (Karin) regelmäßig während der Feier Leute in unser Zimmer entführt habe, um einen Schluck Gin zu trinken. Davids Cousin und seine Frau hatten ihr Baby in unserem Zimmer „geparkt“, damit sie schlafen konnte. Also haben wir den ganzen Abend lang immer wieder Gin getrunken und Frida beim Schlafen zugesehen. Das war super schön um runterzukommen, durchzuatmen und alles zu genießen, vor allem mit David gemeinsam.

Habt ihr etwas selbstgemacht (DIY):

Gefühlte 1.000 Papierblumen, sowohl für den Brautstrauß als auch für die Tischdeko. Für die Blumen verwendeten wir alte Comics, Mangas und Atlanten, sodass sie einen Bezug zu den Dingen hatten, die wir gerne mögen. Außerdem die Namenskärtchen und die Tischordnung. Der Hochzeitsbogen für die Zeremonie wurde von unserem Trauzeugen gebaut. Gastgeschenk war ein selbst zusammen gestellter Hochzeits-Soundtrack, den David liebevoll in der Nacht vor der Hochzeit fertiggestellt hat.

Wofür habt ihr am meisten Geld ausgegeben und warum:

Für die Fotografin (Anm. der Redaktion: das bin dann wohl ich). Also abgesehen von dem Lokal selbst. Tatsächlich war die Wahl der Fotografin sofort entschieden und das wichtigste für uns bei der ganzen Planung (du wusstest von unserer Hochzeit vor unseren Eltern!). Die Fotos begleiten uns für den Rest unseres Lebens. Wir wollten etwas, das die Stimmung und die besonderen Momente des Tages einfängt und wir könnten mit dem Ergebnis nicht glücklicher sein! Außerdem ist es SO entspannend, sich keine Sorgen über die Fotos machen zu müssen, das Handy irgendwo liegen zu lassen und einfach zu feiern! Also: Top Priorität = FotografIn = sehr empfehlenswert! (Anm. der Redaktion: Awwwwww!).

Wo und wie konntet ihr Geld sparen:

Durch eine super exklusive und kleine Gästeliste mit 50 Personen, die wir tatsächlich alle da haben wollten (also nichts mit „Aber Tante xy muss eingeladen werden!“). Wir haben bis auf etwas Schleierkraut komplett auf Blumen verzichtet und die Deko selbst gebastelt. Die Torte machte eine Freundin von Davids Mama und die Musik eine sehr gute Freundin. Wir haben nicht direkt in Wien, sondern etwas außerhalb geheiratet, was den Preis um einiges senkt. Und wir haben auf fancy Hochzeitskleidung verzichtet: mein Kleid kostete im Modcloth-Sale ca EUR 35,- und meine Converse waren super alt.

Was war das Beste an eurer Hochzeitsplanung:

Als es vorbei war! Nah, es hat schon Spaß gemacht. Den Leuten zu sagen, dass wir heiraten war aber sicher das schönste.

Was war das Schlimmste an eurer Hochzeitsplanung:

Die Endphase. Man hat alle großen Brocken erledigt, aber in den letzten Wochen und Tagen vor der Hochzeit kommen alle diese klitzekleinen Entscheidungen und Erledigungen, die einem total egal sind, die man aber trotzdem erledigen muss. Das war extrem anstrengend und ich hatte in der Woche vor der Hochzeit zwei totale mental breakdowns, aus denen mich meine Trauzeuginnen großartig rausgerettet haben, während David mega gestresst die Gastgeschenke fertigstellen musste. Auch wenn man eine entspanntes Brautpaar ist: es ist anstrengend!

Würdet ihr heute etwas anders machen in der Planung:

Mehr delegieren! Man kann es nicht oft genug sagen: MEHR DELEGIEREN!!

Irgendwelche Tipps für angehende Brautpaare:

Entspannt euch! Wir fanden es super 1,5 Jahre Zeit für die Planung zu haben, so kann man viel leichter durchatmen und gut über alle Entscheidungen nachdenken. Und lasst euch nicht einreden, dass es bei der Hochzeit um die Gäste geht! Es geht um euch! Natürlich sollen die Gäste eine tolle Zeit haben, aber wenn ihr Tante Betty nicht dabeihaben wollt, dann ladet sie nicht ein und wenn ihr keine kirchliche Trauung wollt und ein veganes Menü, dann macht es so! Bleibt euch selbst treu, habt Spaß und freut euch! Wenn es einmal so weit ist, finden es die Gäste dann eh toll und sind positiv überrascht. Und: achtet darauf, während der Feier Zeit miteinander zu verbringen. Es kann total ärgerlich sein, wenn man im Nachhinein merkt, dass man kaum Momente zu zweit hatte.

Was möchtet ihr sonst noch loswerden:

Freie Trauungen sind großartig!! Und auch wenn heiraten super anstrengend ist, es ist extrem schön. Verheiratet sein ist extrem schön!

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Crew love is true love:
Hochzeitslocation: Bonka – das Wirtshaus im Wienerwald
Trauredner: Freunde des Brautpaares
Hochzeitstorte: Backstube Kusdat Sylvia (Freunde der Eltern)
Hochzeitsdeko: DIY
Eheringe: Goldschmiede Atelier Klaus Anselm, Ottensheim
DJ: Freundin

Dress to impress:
Brautoutfit
Kleid: Modcloth
Haarschmuck: We are Flowergirls
Schuhe: alte, eingelaufene Converse
Kette: Der Time Turner (Harry Potter) – von der Trauzeugin geliehen als „something borrowed“
Bräutigamoutfit:
Fliege, Sakko und Hemd: Dressmann
Hose: Jeans aus dem wohnungseigenen Kleiderschrank
Schuhe: Adidas Neo
Hostenträger: Handschuh am Neubau

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