Lost in Translation Teil 2: Schneeäffchen & Osaka

Heute gibt’s auch schon den zweiten Teil unserer Japan-Reise hier zu sehen. Diesmal seht ihr zwei ganz unterschiedliche Destinationen auf einmal. Direkt nach den ersten fünf Tagen im quirlig-lauten Tokyo ging es mit dem Highspeed Zug Shinkansen in eine komplett andere Welt. Je weiter sich der Zug von der Millionenmetropole entfernte und je näher wir unserem Ziel kamen, umso grüner wurde die Umgebung und umso weniger Häuser und Menschen sahen wir. In Nagano stiegen wir in einen anderen Zug um, der uns zu unserem Ziel in das verschlafene Örtchen Yudanaka in den japanischen Alpen brachte. Schon auf dem Weg dahin fielen die ersten Schneeflocken und als wir dort ankamen fing es endgültig an zu schneien. Von dem winzigen Bahnhof ging es zu fuß in unsere nur wenige Meter entfernt gelegene Unterkunft. Wir hatten uns für ein traditionelles Ryokan entschieden und es war die beste Unterkunft unserer gesamten Reise! An der Tür des „Seifuso“ wurden wir herzlich empfangen und mussten erstmal die Schuhe ausziehen. Die Verständigung fand mit Händen und Füßen statt, denn Englisch sprachen die Besitzer nicht. Auch als ich mich nach den Onsen erkundigte, wurde das ganze auch mehr pantomimisch dargestellt – und zwar dass man es zum einen nackt benutzen soll und zum anderen es verdammt heiß ist. Ja, jetzt stellt euch einen älteren, kleinen Japaner vor, der mir das ganze mit Hand und Fuß beibringt. Kopfkino an! Onsen sind übrigens heiße Quellen, in denen man auch baden kann. Wie im letzten Blogpost schon erwähnt ist der Zutritt allerdings für tätowierte streng verboten. Wir hatten nur Glück, dass in unserem Ryokan auch ein privates Onsen vorhanden war. Dort konnte man die Tür abschließen und durfte so auch mit Tattoos rein. Und nachdem wir den kleinen Ort erkundeten und durchgefroren waren, machten wir auch direkt davon Gebrauch. Danach trieb uns der Hunger in ein kleines Lokal zwei Straßen weiter in der Hoffnung dort vegetarische Pizza zu ergattern. Wie schon zuvor erwähnt war das mit dem vegetarischen Essen nicht immer so einfach in Japan. Das Restaurant erwies sich als wahrer Glückstreffer, denn auf der Karte standen auch viele vegetarische japanische Gerichte, die auch noch richtig lecker waren.

Am nächsten Tag ging es dann los zu den Schneeäffchen. Deshalb sind wir überhaupt in die Berge gefahren, um die einmal in der heißen Quelle baden zu sehen. Das machen die japanischen Äffchen nämlich dort so. Das ist übrigens der einzige Ort der Welt wo Affen das machen. Auf dem Weg dahin war ich schon mega aufgeregt und konnte es kaum erwarten. Bei dem Anblick des ersten Affen war ich total erstarrt und geflasht, dass da jetzt wirklich ein Affe sitzt und im Schnee gräbt. Und dann näherten wir uns der berühmten Quelle und ich konnte mich an den badenden Äffchen gar nicht satt sehen. Die sind auch überhaupt nicht schüchtern und man kann ihnen richtig nahe kommen. Eingesperrt sind sie auch nicht, es ist kein Zoo oder so etwas. Man darf sie weder anfassen noch füttern. Man bezahlt zwar auch einen kleinen Beitrag um zu der Quelle zu kommen, aber die Affen können sich frei bewegen. Und so kommt es, dass in dem nebenan liegenden Ryokan nicht nur Menschen, sondern auch Affen in dem Freiluft-Onsen baden. Denn die Affen unterscheiden nicht zwischen ihren und den menschlichen Quellen. Die setzen sich rein wo es warm ist. Wer also auf dieses ganz besondere Naherlebnis scharf ist, der kann sich im „Korakukan“ einbuchen. Wir konnten das übrigens auch beobachten als wir durch den Wald wanderten. Von oben hat man einen guten Blick auf das Ryokan und seinen Außenonsen und da schlichen gerade zwei Affen rum, die dann einfach zu den nackigen Japanern in den „Pool“ gehüpft sind.

Obwohl ein Bus bis Yudanaka fährt, haben wir uns für einen Spaziergang zurück entschieden und bevor wir wieder beim Seifuso ankamen, kehrten wir in ein uriges Lokal zu einer Tasse heißen Kakao ein. Und danach sprangen wir gleich nochmal in den heißen Onsen, um uns aufzuwärmen. So entspannt wie nach drei Tagen in den japanischen Bergen war ich schon lange nicht mehr! Absolute und uneingeschränkte Reiseempfehlung!

Fotografiert habe ich übrigens wie immer auf Reisen mit meiner kleinen Fuji X100T, die “Große” (wie ich meine 5D Mark III nenne) musste zuhause bleiben.

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Nach ein paar Tagen Auszeit und Erholung in den Bergen ging es mit dem Shinkansen weiter nach Osaka. Im Nachhinein betrachtet war das der am wenigsten spektakuläre Stopp unserer Reise. Es ist einfach auch nur eine weitere japanische Megacity und nach Tokyo nichts wirklich Neues mehr. Unsere Unterkunft von AirBnB war auch einfach nur katastrophal und lud nicht wirklich zum Verweilen ein. Aber Japan ist teuer und wenn man nicht sein gesamtes Reisebudget für Unterkünfte ausgeben will, dann muss man Kompromisse machen.

Direkt am Bahnhof sah man wieder wie sehr die Japaner auf alles deutsche stehen. Es gab eine German Bakery – die natürlich weder mit Germany noch mit den deutschen Gebäckteilchen wirklich viel zu tun hatte. Wir erkundeten die nächtliche Umgebung unseres Appartments und stellten fest, dass es wohl auch nicht unbedingt die beste Nachbarschaft war in der wir da gelandet sind. Das hatte aber zumindest Alper spätestens im Tekken Museum vergessen, wo er sich natürlich auch hinreißen ließ an den Automaten ein, zwei Runden Tekken zu spielen. Am nächsten Tag ging es mit der höchstne Rolltreppe der Welt auf ein Gebäude mit hammermäßigen Blick über die Metropole. Wir ließen uns noch ein Bier mit Blick auf die untergehende Sonne bevor uns der Hunger wieder zurück in die Stadt trieb. Wir suchten vorher ein vegetarisches Lokal raus und hatten einige Mühe es zu finden, da es wirklich winzig war und versteckt lag. Aber das Essen (hallo fritierte Avocado!) entschädigten dafür.

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Unsere genaue Reiseroute in Japan war wie folgt:

Tag 1 – 5: Tokio
Tag 5 – Tag 8: Yudanaka (Präfektur Nagano in den japanischen Alpen – inkl. Besuch der Schneeäffchen)
Tag 8 – Tag 10: Osaka
Tag 11: Nara
Tag 12 – 15: Kyoto

Tag 15 – 19: Tokio

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